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GESCHICHTE

„Die Tischkultur, eine französische Kunst – Vom 17. Jahrhundert bis heute“.

Bei dieser Ausstellung kann der Besucher als zeitgenössischer „Tischgast“ die Entwicklung französischer Gepflogenheiten bei Tisch über fünf Jahrhunderte entdecken und ihre Kodizes, Rituale und Neuerungen näher verstehen. Pierre Provoyeur, Generalkonservator für Kulturerbe, ehemaliger stellvertretender Direktor für die Politik der französischen Museen, und Chantal Meslin Perrier, Generalkonservatorin für Kulturerbe, ehemalige Direktorin des Nationalmuseums Adrien Dubouché in Limoges, kuratierten diese Ausstellung, verfassten den Katalog und gestalteten die Szenografie. Sie zeichnen uns ein erstes Portrait der französischen Tischkultur: „Es beginnt um 1770, zu jener Zeit, als das Esszimmer aufkam, also ein Raum, in dem gespeist wird und in dem sich der ,Service à la française‘ entwickelt. Weiter geht die Reise ins 19. Jahrhundert und bis zum Zweiten Weltkrieg, als der industrielle Fortschritt, das Aufkommen des ,Service à la russe‘ und die Entwicklung des Restaurants die französischen Tischgepflogenheiten verändern. Dann ab den 1950er-Jahren, als der Tafelservice allmählich aus der Mode kommt, wird der Tisch ein Ort des künstlerischen Wirkens.”

Die Ausstellung kombiniert gekonnt Erfindungen, agrarwissenschaftliche Entdeckungen, technische Fortschritte und die Entwicklung der sozialen Normen und verspricht einen informativen und vergnüglichen Besuch. „Eine große Vielfalt von Objekten, Materialien, ikonografischen Darstellungen und Kunstwerken werden mit etwa 600 Werken die Inszenierung akzentuieren. Diese stammen zumeist aus den reichen Sammlungen diverser französischer Museen für Schöne Künste, Museen für dekorative Künste, um nur ein paar zu nennen, oder von Privatpersonen wie Christofle, Bizot, David-Weill, Jund, Galerie Jacques Bailly, Clerc etc.“, kündigen sie an.

Objekte der Tischkultur, die einem bestimmten Gebrauch vorbehalten sind, oder Zierelemente – sie alle erzählen von den Tischmanieren oder der Atmosphäre bei Tisch, die der jeweiligen behandelten Epoche zu eigen waren. „Es werden also alltägliche Objekte ebenso zu sehen sein wie Produkte aus berühmten Manufakturen wie Christofle, Sèvres, Limoges ... und Objekte zeitgenössischer Künstler wie Jean Dufy, Jean Luce, René Lalique, Louis Sue und André Mare, Arman, Anne und Patrick Poirier …“, führen sie weiter aus.

Die Ausstellung wird außerdem bereichert von der Rekonstruktion einer Anrichte aus Goldschmiedearbeiten, gedeckter Tafeln aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert sowie der spektakulären Tafel des Speisesaals der ersten Klasse an Bord des Kreuzfahrtschiffes „Normandie“ und Auszügen aus Filmen, die durch diverse Inszenierungen zum Ausdruck bringen, welchen Blick das Kino auf das Essen richtet.


 

Sehen Sie sich unser Video über die Ausstellung an




„ODYSSEUS, Reise durch ein Mittelmeer voller Legenden“, die Eröffnungsausstellung des HDE Var


Das HDE Var zeigte vom 4. Juni bis 22. August 2021 „Odysseus, Reise durch ein Mittelmeer voller Legenden“, eine Ausstellung, die den Einfluss dieser Figur auf die westliche Kultur und die Kunstgeschichte beleuchten sollte. Odysseus und der Bericht über seine Rückkehr aus Troja waren nämlich zugleich ein Musterbeispiel für die Qualitäten, die von einem vollendeten Menschen erwartet wurden, sowie eine Auseinandersetzung mit dem Abenteuer Jede historische Epoche, vom antiken Griechenland bis in die Gegenwart, hatte in Bezug auf die Odyssee und ihren Protagonisten eine Herangehensweise, die mit den eigenen Anliegen im Einklang stand: Vorbildcharakter eines Mannes für die Jugend im klassischen Griechenland, Gründungsgeschichte für einen Großteil der modernen abendländischen Zivilisation bis hin zu zeitgenössischen Reaktionen auf das durch das Exil hervorgerufene Leid.

Die Ausstellung war in elf Abschnitte eingeteilt, von denen zehn je ein Themengebiet aufgreifen, das im homerischen Epos verankert und mit einer Figur der Geschichte verbunden ist, sodass man der chronologischen (in Gesängen) und zugleich der symbolischen Struktur (in Figuren, die in den einzelnen Etappen des Helden auftauchen) der Erzählung folgen konnte. Das Ziel der Ausstellung bestand also darin, der chronologischen Reihenfolge der Ereignisse zu folgen, indem die Erzählung vom Aufbruch Odysseus aus dem Trojanischen Krieg bis zu seiner Ankunft in Ithaka zehn Jahre später rekonstruiert wird.

Die Ausstellung fand auf einer 650 m2 großen Fläche statt, die sich über die drei Ebenen des HDE Var verteilte. Sie wurde als eine Reise auf den Spuren von Odysseus rund um das Mittelmeer konzipiert. Somit konzentrierte sie sich auf den Protagonisten und die Ereignisse auf seiner Reise.

In der Ausstellung waren Skulpturen, Keramiken, Kunstgegenstände, Zeichnungen, Fotografien, Gemälde, Filme und Installationen zu sehen. Auch filmische, musikalische oder Videospiel-Interpretationen der Abenteuer des Helden wurden präsentiert und boten den Besuchern die Möglichkeit, diese eher zeitgenössischen Werke mit dem homerischen Epos in Verbindung zu bringen. Darüber hinaus ermöglichten sie gerade dem jüngeren Publikum, sich besser mit den Herausforderungen zu identifizieren, die durch die Abenteuer des Helden aufgeworfen werden. Gezeigt wurden antike, Renaissance- und zeitgenössische Werke aus internationalen Sammlungen oder speziell für das HDE Var angefertigte Werke, die die verschiedenen Episoden des Odysseus-Epos darstellen und an sie anknüpfen. Darüber hinaus veranschaulichte der Rundgang die Herausbildung von Stilen und Formen, die von Künstlern im Laufe der Geschichte verwendet wurden.

Kuratorium und Organisation

Kurator der Ausstellung: Milan Garcin, Kunsthistoriker

Berater für Archäologie: Yvon Lemoine, Archäologe, zuständig für die Abtei von La Celle.

Produktion der Ausstellung: Département du Var (HDE Var)